Bekehrung eines Teetrinkers
Wie eine defekte Festplatte, eine Kaffeemaschine und eine Blankeneser Rösterei zu unserer wichtigsten Verbindung vor Ort führten.

Uli Carroux wollte sich revanchieren. Nicht mit Wein, nicht mit Blumen. Mit einer Kaffeemaschine. Was folgte, war keine Überzeugungsarbeit – es war ein Duft.
Inhalt
Mein erster Carroux Kaffee war ein Bestechungsversuch. So kam es mir damals jedenfalls vor. Vor gut zwanzig Jahren wohnten Uli Carroux und ich in Blankenese fast Tür an Tür. Wenn sein Mac mal wieder eigene Vorstellungen davon hatte, was ein Computer zu tun und zu lassen habe, kam ich vorbei und redete ihm gut zu. Irgendwann wollte sich Uli revanchieren.
Der Duft, der alles änderte
Was dann kam, war keine Überzeugungsarbeit. Es war ein Duft. Frisch gemahlene Bohnen am frühen Morgen, eine dunkle, dichte Crema, dieses leise Versprechen in der Luft, noch bevor die Tasse überhaupt voll war. Ich habe nicht beschlossen, zum Kaffee überzulaufen. Es ist einfach passiert. Seitdem halten wir Uli die Treue. Zu Hause. Und im Prismeo LAB.
Ein Stück Blankenese
Carroux ist für uns nämlich kein Lieferant mit Rechnung am Monatsende, sondern ein Stück Blankenese. Uli hat seine Mischung 1998 zusammengestellt und sie seither kein einziges Mal dem Zeitgeist geopfert. Wo andere jedes Jahr ein neues Etikett, eine neue Edition, ein neues Versprechen erfinden, bleibt er stur bei dem, worauf es ankommt: guter Rohkaffee, behutsam in der Trommel geröstet, frisch. Stur im allerbesten Sinne. Man schmeckt es.
Was Qualität wirklich bedeutet
Der Feinschmecker hat den Carroux-Espresso mehrfach zum besten Hamburgs gekürt. Der NDR hat ihn getestet und das vielleicht Unromantischste überhaupt herausgefunden: kein Schimmel, kaum Acrylamid. Keine Auszeichnung, die man sich übers Tor hängt. Aber eine, die verrät, dass hier jemand ganz genau weiß, was er tut – Tag für Tag, Charge für Charge.
Am besten versteht man das im Stammhaus in Blankenese. Ein kleines Ladencafé, dahinter die Rösterei. Hier bleibt Kaffee nichts Abstraktes. Man riecht ihn, probiert, vergleicht. Jede neue Röstung wird nicht bloß verkauft, sondern verkostet – von Leuten, die hinterm Tresen stehen und genau wissen, was in der Tüte steckt. Wer einmal dort gesessen hat, versteht sofort, warum dieser Kaffee mehr ist als ein Produkt.
Warum der Kaffee im LAB mehr ist als ein Getränk
Und genau da treffen Uli und wir uns. Bei uns soll niemand 'einen Kaffee bekommen'. Das klingt nach Pappbecher am Automaten. Bei uns soll man ankommen: die Tasse in die Hand nehmen, den Duft wahrnehmen, einen Moment langsamer werden. Vor dem Workshop. Zwischen zwei Takes im Studio. Nach einem langen Gespräch im Thinktank, beim ersten Blick aus dem Loft über die HafenCity. Solche Momente trägt kein beliebiger Kaffee.
Das Kümmern, das man nicht bestellen kann
Uli stellt nicht einfach Bohnen vor die Tür. Er hat sich unsere Vollautomaten im LAB vorgenommen, geschraubt, eingestellt, nachjustiert, bis die Maschinen wirklich das aus den Bohnen holen, was drinsteckt. Mahlgrad, Temperatur, Druck – lauter Dinge, die in keinem Liefervertrag stehen. Diese Aufmerksamkeit kann man nicht bestellen. Die gibt es nur, wenn jemand seinen eigenen Kaffee ernst nimmt.
Die eigentliche Treue
Vielleicht ist das der eigentliche Grund für unsere Treue. Der Kaffee schmeckt – schon klar. Aber er bringt mehr mit als Geschmack: Handwerk, Geduld und einen Familienbetrieb, der nie vergessen hat, dass Qualität am Ende eine persönliche Sache ist.
Wenn ich morgens die erste Tasse nehme, denke ich manchmal an Ulis kaputten Mac von damals. Ohne diesen sturen Rechner wäre ich vermutlich heute noch Teetrinker.
„Qualität am Ende ist eine persönliche Sache."
Wenn aus einem Gedanken ein Format werden soll, zeigen wir Dir gern den passenden Raum.
Passende Angebote
Passende Räume
Weiterlesen
Drei Gedanken, die diesen ergänzen.
Lass uns Dein Vorhaben anschauen
Beim Meet & Eat lernst Du Prismeo bei einem gemeinsamen Mittagessen kennen. Wir zeigen Dir die Räume, hören Dir zu und entwickeln erste Ideen für Ablauf, Technik und Catering.
Meet & Eat vereinbaren

